Information zum Lehrplangutachten des IQB
Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) wurde im April 2008 vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus beauftragt, die Entwürfe der überarbeiteten bayerischen Lehrpläne des achtjährigen Gymnasiums dahingehend zu begutachten, inwieweit diese die Anforderungen der Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss und der Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA) erreichen.
1. Auftrag und Durchführung
Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) wurde im April 2008 vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus beauftragt, die Entwürfe der überarbeiteten bayerischen Lehrpläne des achtjährigen Gymnasiums dahingehend zu begutachten, inwieweit diese die Anforderungen der Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss und der Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA) erreichen. Die Überprüfung sollte klären, inwieweit davon ausgegangen werden kann, dass die Schülerinnen und Schüler den darin beschriebenen Leistungserwartungen gerecht werden.
Die Lehrplanbegutachtung durch das IQB beschränkte sich auf die sogenannten Bildungsstandard-Fächer (Mathematik, Deutsch, Englisch 1. Fremdsprache, Französisch 1. Fremdsprache, Chemie, Biologie, Physik). Als Maßstab der Standard-Kompatibilität wurden die entsprechenden Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss und die EPA in der jeweils neuesten Fassung sowie der EPA-Beschluss der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland in der Fassung vom 20.09.2007 verwendet.
Für die fachlichen Stellungnahmen hat das IQB Gutachten von renommierten Fachdidaktikern eingeholt, die in den vergangenen Jahren an der Entwicklung und Umsetzung der Bildungsstandards mitgewirkt haben.
2. Kernaussagen des Gutachtens
3. Einzelergebnisse
4. Handlungsempfehlung des IQB
Das IQB empfiehlt eine Weiterentwicklung der G8-Lehrpläne mit dem Ziel einer stärkeren Berücksichtigung der prozessbezogenen Kompetenzen (Handlungs-, Kommunikations-, Bewertungsfähigkeit).
Durch die schrittweise Umsteuerung auf Kerncurricula sollen die Schulen nach Auffassung des IQB noch mehr Eigenständigkeit und Freiraum in der Fachunterrichtsgestaltung erhalten. Für diesen Umsteuerungsprozess empfiehlt das IQB, Ressourcen für systematische Maßnahmen der Lehrerprofessionalisierung wie für Kommunikationsmaßnahmen einzuplanen.
5. Einschätzung des Gutachtens
Mit dem vorliegenden Gutachten erhält das Staatsministerium die Bestätigung, dass die reformierten Lehrpläne für das bayerische Gymnasium den Kompetenzbereich "Wissen" nach wie vor vollständig abbilden. Auch wird deutlich, dass sich die Lehrplanarbeit grundsätzlich in die richtige Richtung bewegt, nämlich hin zur Kompetenz- und Outputorientierung. Der Weg dorthin ist aber auch nach Auffassung des IQB als längerfristiger Prozess zu sehen, der nur über sinnvolle Zwischenschritte erfolgen kann.
Das Gutachten liefert wertvolle Hinweise für die weitere Entwicklung der Lehrpläne. Dabei wird v.a. zu beachten sein, dass die prozessbezogenen Kompetenzen der Bildungsstandards noch klarer und eindeutiger zum Tragen kommen.
Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) wurde im April 2008 vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus beauftragt, die Entwürfe der überarbeiteten bayerischen Lehrpläne des achtjährigen Gymnasiums dahingehend zu begutachten, inwieweit diese die Anforderungen der Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss und der Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA) erreichen. Die Überprüfung sollte klären, inwieweit davon ausgegangen werden kann, dass die Schülerinnen und Schüler den darin beschriebenen Leistungserwartungen gerecht werden.
Die Lehrplanbegutachtung durch das IQB beschränkte sich auf die sogenannten Bildungsstandard-Fächer (Mathematik, Deutsch, Englisch 1. Fremdsprache, Französisch 1. Fremdsprache, Chemie, Biologie, Physik). Als Maßstab der Standard-Kompatibilität wurden die entsprechenden Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss und die EPA in der jeweils neuesten Fassung sowie der EPA-Beschluss der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland in der Fassung vom 20.09.2007 verwendet.
Für die fachlichen Stellungnahmen hat das IQB Gutachten von renommierten Fachdidaktikern eingeholt, die in den vergangenen Jahren an der Entwicklung und Umsetzung der Bildungsstandards mitgewirkt haben.
2. Kernaussagen des Gutachtens
- Anlass für die Gutachtensvergabe war für Bayern die Frage, ob die Lehrpläne nach den aktuell vorgenommenen Kürzungen die Zielvorgaben der Bildungsstandards und EPA hinsichtlich der Wissenskompetenz erreichen. Diese Frage wurde durchweg positiv beantwortet.
- Das Gutachten stellt fest, dass Bildungsstandards und EPA in den bayerischen Gymnasiallehrplänen aufgegriffen und je nach Fach mit unterschiedlicher Intensität abgebildet werden. Das IQB schreibt hierzu: "Grundsätzlich ist zu erkennen, dass sich die bayerischen Lehrplankommissionen auf den Weg gemacht haben, die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz umzusetzen. Im Fach Deutsch ist dies schon sehr weitgehend, in der Mathematik und den Fremdsprachen schon ein vergleichsweise gutes Stück weit gelungen" (S. 29).
- Mit Blick auf künftige Leistungsvergleiche geht das Gutachten davon aus, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler an den bayerischen Gymnasien die in den Bildungsstandards formulierten Erwartungen erfüllen wird.
- Das Gutachten liefert zahlreiche Hinweise für die Weiterentwicklung der Lehrpläne in allen Schularten. Sie lassen sich nach Auffassung der Gutachter nur in einem langfristigen Prozess umsetzen.
3. Einzelergebnisse
- Die vorgelegten Lehrpläne weisen nach Auffassung des IQB mit Ausnahme des bereits beispielhaft umgesetzten Faches Deutsch noch eine starke Inhaltsorientierung auf. Die Kompetenzorientierung wird, so das Gutachten, "in Eingangsformulierungen aller Lehrpläne zwar als Anspruch erhoben und im Bereich ‚Wissen’ oft gut umgesetzt" (S. 28), doch sollten die prozessorientierten Kompetenzen (Handlungs-, Kommunikations- und Bewertungsfähigkeit) bei der Konkretisierung der Lernziele noch stärker berücksichtigt werden. Insgesamt, so das IQB, werde mit der Verankerung der prozessbezogenen Kompetenzen in der jeweiligen Fachlehrplanpräambel "zwar ein wichtiger Schritt in Richtung Kompetenzorientierung vorgenommen" (S. 28), doch gelte es, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Nach Auffassung des IQB werde ein "solch tiefgreifender Veränderungsprozess Jahre, möglicherweise Jahrzehnte dauern und sich in mehreren Zwischenstufen vollziehen" (S. 28).
- In den vorliegenden Gymnasiallehrplänen sieht das IQB einen "ersten Schritt in einem längerfristigen Prozess der Lehrplanentwicklung von breiten inhaltsbezogenen Lehrplänen zu schlanken, kompetenzorientierten Kerncurricula" (S. 29).
- Mit der den bayerischen Gymnasiallehrplänen zugrunde liegenden zeitlichen Disposition (¾ der Stunden für fachliche Vermittlung, ¼ für Vertiefungen und Methodenunterricht) werde, so das Gutachten, ein wichtiger Schritt unternommen, den Lehrkräften mehr Freiheiten bei der Unterrichtsplanung zu geben. Diese Anteile sollten bei der Entwicklung von Kerncurricula noch erhöht werden (vgl. S. 29).
- Hinsichtlich der Frage, ob die bayerischen Gymnasiasten den in den Bildungsstandards und EPA formulierten Leistungserwartungen gerecht werden, kommt das Gutachten zum Schluss, dass die Feststellung von Kompetenzständen nur in den entsprechenden Large-scale Assessments gelingen könne. Für die Bereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften haben die bisherigen Ländervergleiche in PISA belegt, dass bayerische Gymnasiasten eher hohe Leistungen erreichen. Mit Blick auf künftige Leistungsvergleiche sei zu erwarten, dass ein Großteil der Jugendlichen an bayerischen Gymnasien die in den Bildungsstandards formulierten Erwartungen erfüllen werde (vgl. S.29).
4. Handlungsempfehlung des IQB
Das IQB empfiehlt eine Weiterentwicklung der G8-Lehrpläne mit dem Ziel einer stärkeren Berücksichtigung der prozessbezogenen Kompetenzen (Handlungs-, Kommunikations-, Bewertungsfähigkeit).
Durch die schrittweise Umsteuerung auf Kerncurricula sollen die Schulen nach Auffassung des IQB noch mehr Eigenständigkeit und Freiraum in der Fachunterrichtsgestaltung erhalten. Für diesen Umsteuerungsprozess empfiehlt das IQB, Ressourcen für systematische Maßnahmen der Lehrerprofessionalisierung wie für Kommunikationsmaßnahmen einzuplanen.
5. Einschätzung des Gutachtens
Mit dem vorliegenden Gutachten erhält das Staatsministerium die Bestätigung, dass die reformierten Lehrpläne für das bayerische Gymnasium den Kompetenzbereich "Wissen" nach wie vor vollständig abbilden. Auch wird deutlich, dass sich die Lehrplanarbeit grundsätzlich in die richtige Richtung bewegt, nämlich hin zur Kompetenz- und Outputorientierung. Der Weg dorthin ist aber auch nach Auffassung des IQB als längerfristiger Prozess zu sehen, der nur über sinnvolle Zwischenschritte erfolgen kann.
Das Gutachten liefert wertvolle Hinweise für die weitere Entwicklung der Lehrpläne. Dabei wird v.a. zu beachten sein, dass die prozessbezogenen Kompetenzen der Bildungsstandards noch klarer und eindeutiger zum Tragen kommen.